Google goes China shopping

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Google Alphabet, die Muttergesellschaft sämtlicher Aktivitäten des Konzerns, investiert auch in das Retail-Geschäft.  Jüngstes Beispiel: eine Investition von 550 Millionen Dollar in den chinesischen E-Commerce-Anbieter JD.com.

Ein Gigant wie Google ist längst über das Stadium von Search oder Cloud hinausgewachsen. Selbst entwickelte Technologien bei Container-Management (Kubernetes) oder strategische Investitionen gehören ebenso dazu wie eine Vielzahl weiterer strategischer Investitionen.

JD.com ist nach Alibaba die Nummer zwei bei E-Commerce in China. Und beide Unternehmen haben Ambitionen, den Weltmarkt für Online-Shopping zu erobern. Laut Reuters sehen Google und JD.com das Investment als „Teil einer umfassenderen Partnerschaft, die auch die Vermarktung von JD.com-Produkten im Rahmen von Google-Shopping umfasst.“

Jianwen Liao, Chief Strategy Officer von JD.com, sagt zu der neuen Kooperation: „Diese Partnerschaft mit Google eröffnet uns eine breite Palette von Möglichkeiten, um den Verbrauchern auf der ganzen Welt ein erstklassiges Einkaufserlebnis zu bieten.“ Dieser Schritt könnte die eigene Präsenz in China sowie in Südostasien ausbauen und wäre ein Mittel, sich gegen den Konkurrenten Alibaba zu stärken. Aber auch die Expansion in die USA und nach Europa gehört zu dieser Strategie. Beobachter gehen davon aus, dass bald entsprechende Schritte folgen werden. Alibaba ist zum Beispiel schon auf europäischen Konferenzen wie der Mobile World in Barcelona präsent und zeigt erste konkrete Angebote.

Google und JD.com wollen zunächst zusammen die Retail-Infrastruktur in verschiedenen Märkten rund um den Globus verbessern. Wie Philipp Schindler, Chief Business Officer bei Google, mitteilte, wolle man damit “den Konsumenten mehr Möglichkeiten geben, überall das einkaufen zu können, was sie wollen“. Internet und E-Commerce sind in den USA und Europa schon relativ weit ausgebaut, während sich große Teile von Lateinamerika, Asien und Afrika noch im Anfangsstadium befinden. Hinzu kommen riesige Unterschiede bei Lebensstandard und Einkommensverhältnissen.

Google Search ist in China verboten, was den Konzern aber nicht daran hindert, intensive wirtschaftliche Kontakte mit chinesischen Firmen zu unterhalten. So wurde zum Beispiel zu Anfang diesen Jahres eine technologische Kooperation mit der chinesischen Holding-Gesellschaft Tencent vereinbart. Google ist schon länger aktiv in China im Anzeigengeschäft für Hersteller, Service Provider und Hotels und unterhält dort ein Labor für Künstliche Intelligenz (KI).

Doch alles steht erst Anfang. So verfügt Google Alphabet mit seiner Investition von 550 Millionen Dollar lediglich über einen Anteil von weniger als ein Prozent am Aktienkapital von JD.com.

 

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