PayPal kauft den Rivalen iZettle für 2,2 Milliarden Dollar

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Der US-Spezialist PayPal für Online-Bezahlprozesse, die im E-Commerce und mobilen Handel immer wichtiger werden, stärkt seine Position durch die Übernahme eines jungen, aufstrebenden Konkurrenten.

Wie die Financial Times am 17. Mai 2018 berichtete, ist das schwedische Start-up iZettle am Vorabend seines geplanten Börsengangs von der US-Gruppe PayPal gekauft worden.

PayPal hat sich damit ein Unternehmen aus Stockholm geschnappt, das kurz davor stand, zur Nummer Eins der europäischen Fintech-Anbieter zu werden. PayPal hat mit seinem Kaufpreis aus dem Stand die Summe verdoppelt, die sich iZettle mit seinem für Ende Mai geplanten Börsengang erwartet hatte. Damit geht erneut ein Unternehmen aus der schwedischen Technologie-Szene an einen größeren Konkurrenten aus den USA, noch bevor man sich an der Börse behaupten konnte. In der Vergangenheit hatte Microsoft Skype und Mojang in der gleichen Situation übernommen.

iZettle (eine Namensschöpfung aus i and settle) gilt als Marktführer für Mobile Payment in Europa. Angeboten werden mobile Kartenleser sowie Software für Android und iOS. In mehreren Finanzierungsrunden konnte das 2010 gegründete Unternehmen über 80 Millionen Dollar einnehmen. Unter den Finanziers befanden sich zum Beispiel American Express und Mastercard sowie Intel, Greylock Partners und Index Ventures.

Über eine halbe Million Händler benützen bereits die Plattform von iZettle. PayPal kann mit dem Kauf seine Omnichannel-Strategie weiter ausbauen und den etablierten Anbietern von Kreditkarten nicht nur im E-Commerce direkte Konkurrenz bereiten. Dan Schulman, President und CEO von PayPal ist der Ansicht, dass “kleine Unternehmen der Motor der globalen Ökonomie sind”. Mit der Integration von iZettle könne man nun besser diese Geschäfte “online, in-store und via mobile” unterstützen.

Der hauptsächliche Rivale von iZettle ist das amerikanische Unternehmen Square. Bisher kam es aber nur in Großbritannien zu einer direkten Konkurrenz, da sich das schwedische Start-up auf Europa sowie Mexiko und Brasilien beschränkt hatte.

iZettle hatte sich mit dem Börsengang Einnahmen von 1,1 Milliarden Dollar erhofft. Das Angebot von PayPal mit seinen 2,2 Milliarden Dollar war so groß, dass man “einfach nicht nein sagen konnte”, heißt es inoffiziell. Damit wird erneut eine langsame eigenständige Entwicklung eines Technologieanbieters aus Europa zu einer ansehnlichen Größe und damit potentiellen Gefahr für amerikanische Firmen abrupt unterbrochen.

 

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