Datera: Eine Plattform für Data Services

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Datera, 2013 gegründet und mit Hauptsitz in Santa Clara, hat jetzt die Version 3.2 seiner “Data Services Platform” vorgestellt. Seit dem zweiten Halbjahr 2016 ist man damit auf dem Markt und hat bereits eine Reihe von Fortune-500-Unternehmen als Kunden.

Ähnlich wie StorOne (ein Erfolg versprechendes junges Unternehmen aus Israel) oder Primary Data (ein Start-up aus USA, das dieses Jahr bankrott gegangen ist) setzt Datera komplett auf Software, um existierende Speichersysteme zu ersetzen.

Wie der deutsche CEO Marc Fleischmann, der seit 25 Jahren in Kalifornien in der IT-Branche unterwegs ist und u.a. für Pixelworks arbeitete, ausführt, geht es um ein “Software-defined Storage-System”, das autonom und für moderne hybride IT-Umgebungen tauglich ist. Datera beansprucht mit diesem Ansatz, von dem zugrundeliegenden Hardware-Layer zu abstrahieren und ein großes gemeinsames virtuelles Speicher-Repository für primären Storage zu schaffen. Dieser Speicherbehälter soll einfacher zu verwalten sein als verschiedene unterschiedliche Speichersysteme, die alle ihre eigenen Formate und Management-Tools besitzen.

Datera hat bisher 40 Millionen Dollar an Funding-Geldern von Khosla Ventures und von Samsung bekommen. Die Software Elastic Data Fabric läuft auf beliebigen x86-Servern und kann direkt bei Datera oder bei Cisco, Dell EMC, Hewlett Packard Enterprise (HPE) oder Supermicro gekauft werden. Da der virtuelle Software-Ansatz auf der Basis von Block-Storage entweder auf Bare-Metal-, virtualisierten oder Container-Umgebungen läuft, kann er auch problemlos von Cloud Providern eingesetzt werden.

Die neue Version unterstützt jetzt Container-Varianten von Docker, Kubernetes und Rancher. Man arbeitet mit Intel und Samsung zusammen, um den Kunden Technologien für Persistent Memory (Optane) und NVMe-Flash-Systeme anbieten zu können. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning lassen sich alle Datera-Umgebungen, so Fleischmann, kontinuierlich verbessern.

Weitere Neuerungen sind: automatisierte Funktionen mit active-active Stretch-Clustern, Skalierung bis zu 96 Terabyte pro Knoten und 6 Petabyte global, Komprimierung, Deduplizierung und virtuelles Provisioning.

Die Speicher-Software von Datera deckt verschiedene Kunden-Szenarien ab.

Das sehr junge Start-up hat für sein Leitungs-Team sehr viele ehemalige Mitarbeiter von IT-Firmen wie Catalyst, Cisco, Dell, Engenio LSI, HPE, NetApp oder Western Digital eingestellt. Neben den gebündelten Erfahrungen bedeutet das, dass für den Ausbau der Geschäftsbeziehungen – ein wesentlicher Faktor bei Start-ups neben der Technologie – auch zahlreiche Kontakte bestehen. Die Entwicklung vieler junger Unternehmen hat gezeigt, dass ohne solche “Soft-Faktoren” die notwendige Expansion nach Europa und Asien nicht gelingt. Hinzu kommt die Ungeduld mancher Venture Capitalists, die relativ schnell ihr angelegtes Kapital zurück haben wollen. Mit Samsung hat Datera zwar einen strategischen Partner, der längerfristig denkt, dennoch dürfte es sehr interessant werden, welche Investoren Datera in der nächsten Finanzierungsrunde auftreiben wird.

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