Full-Stack Observability: Transformation des Einzelhandels

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Der Einzelhandel hatte in den letzten zwei Jahren schwer zu kämpfen. Aber nicht nur die Pandemie hat Marken zugesetzt, sondern auch die gestiegenen Erwartungen der Kunden an innovative und personalisierte digitale Erfahrungen.

Um diese zu erfüllen, benötigen sie jedoch ein höheres Maß an Transparenz in einer gleichzeitig immer stärker fragmentierten IT-Umgebung. Infolge haben die Einzelhändler ihren Umstieg auf Full-Stack Observability massiv beschleunigt.

Gerade im Einzelhandel spielen digitale Erlebnisse eine immer größere Rolle, um das eigene Angebot in Szene zu setzen, Kunden zum Kauf zu animieren und sie langfristig an die Marke zu binden. Dadurch sind im Laufe der letzten Jahre aber auch die Erwartungen der Kunden an alle Händler enorm gestiegen, denn sie verlangen das Optimum – moderne Apps und innovative Services, ein ganz auf sie zugeschnittenes Angebot, keinerlei Ausfallzeiten. Diesen Druck spüren vor allem die IT-Abteilungen der Einzelhändler.

Wie der aktuelle The Journey to Observability-Report von AppDynamics zeigt, haben sie jedoch einen Weg gefunden, diesem Druck zu begegnen: Bereits 60 Prozent der Einzelhändler weltweit haben mit der Umstellung auf Full-Stack Observability begonnen. Zudem planen weitere 37 Prozent diesen Schritt im Laufe des Jahres. Die Technologen der Einzelhändler haben erkannt, dass sie einheitliche Echtzeit-Einblicke in die Verfügbarkeit und die Performance aller Systeme des IT-Stacks benötigen, von den kundenorientierten Anwendungen bis hin zum Backend. Erst dies ermöglicht es den IT-Teams, Anomalien schnell zu erkennen, Abhängigkeiten zu verstehen und schließlich Probleme zu beheben, bevor sie sich auf die Endnutzer auswirken. Sind sie darüber hinaus noch in der Lage, die Performancedaten mit Geschäftskennzahlen zu verknüpfen, können sie Störungen entsprechend ihren Auswirkungen auf die Kunden priorisieren.

Erste Erfolge führen zu breiter Unterstützung

Die Anstrengungen, die Technologen und Einzelhändler im letzten Jahr bei der Implementierung von Full-Stack Observability gemacht haben, zahlen sich auch bereits aus: So bestätigen 89 Prozent der Technologen, dass sich in ihrem Unternehmen die Transparenz über den gesamten IT-Stack erhöht hat, der höchste Wert im Vergleich mit anderen Sektoren.

Autor: Tommy Ziegler arbeitet als Leader Sales Engineering bei Cisco AppDynamics. Dort berät er Kunden beim Monitoring moderner Softwaresysteme. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Entwickler und Berater in den Bereichen Agilität, Cloud, Continuous Delivery, DevOps und Microservices zeigt er, wie AppDynamics hilft, Transparenz bei diesen Themen zu schaffen.

Zudem berichten die Studienteilnehmer, dass die Produktivität der IT-Abteilungen gestiegen ist, während die Betriebskosten gesunken sind. Der Grund: die Mitarbeiter können die Ursachen von Performanceproblemen innerhalb des IT-Stacks schneller identifizieren und beheben. Gleichzeitig hat sich auch die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Teams verbessert, da sie nicht mehr in Silos mit nicht zusammenhängenden Monitoring-Tools arbeiten. Stattdessen können sie ihre Aktivitäten zunehmend auf der Grundlage eines Single Source of Data koordinieren.

Der vielleicht größte Vorteil ist aber ein anderer: Dadurch, dass die IT-Abteilungen nicht mehr hauptsächlich damit beschäftigt sind, die Gründe für Störungen ausfindig zu machen, können sie sich stärker auf strategische Aufgaben konzentrieren. Für Einzelhändler, die in einem hart umkämpften Markt ihre Digitalisierung weiter vorantreiben müssen, ist es entscheidend, ihre innovativsten Köpfe auf wichtige Transformationsprojekte anzusetzen. Dadurch können sie das Kundenerlebnis weiter verbessern und sich von ihren Wettbewerbern abheben.

Bei diesen unmittelbaren Vorteilen ist es nicht verwunderlich, dass auch die Führungskräfte der Einzelhändler den Umstieg zu Full-Stack Observability inzwischen umfassend unterstützen. Entsprechend geben nahezu alle Technologen (98 Prozent) an, dass sie das notwendige Budget und die Ressourcen erhalten, um ihre Pläne für Full-Stack Observability in diesem Jahr umzusetzen.

Als nächstes kommt es auf zwei Faktoren an

Denn der Umstieg auf Full-Stack Observability ist ein komplexer, mehrstufiger Prozess und viele Einzelhändler befinden sich noch in der Anfangsphase. Doch die Technologen haben zwei kritische Faktoren identifiziert, die sie als nächstes angehen müssen:

  • Zum einen sehen sie fehlende Qualifikationen in der IT-Abteilung als hohe Priorität an. Gerade im Hinblick auf das Monitoring der Performance in der Cloud – auch im Zusammenhang mit der Umstellung auf OpenTelemetry, einem speziellen Framework für Cloud-native Software – herrscht Bedarf an entsprechender Expertise. Doch IT-Fachkräfte sind derzeit in allen Branchen stark nachgefragt. Daher müssen sich die Einzelhändler Strategien überlegen, wie sie Talente anwerben können oder ob sie das Fachwissen für die Verwaltung und Optimierung von Verfügbarkeit und Performance in Microservice-, Container- und Serverless-Umgebungen intern ausbilden können.
  • Zum anderen sehen die Technologen die Notwendigkeit, mit einem Technologiepartner zusammenzuarbeiten. Einzelhändler werden nach einem Anbietern suchen, der ihnen eine End-to-End-Lösung bieten kann, die Applikations-Monitoring, Sicherheit, Worldload-Optimierung und finanzielle Cloud-Kostenoptimierung umfasst. Gleichzeitig brauchen sie aber auch einen Partner, der sie bei den kulturellen und organisatorischen Veränderungen unterstützt, die für den Umstieg auf Full-Stack Observability notwendig werden.

Der Ausblick ist positiv

Nahezu alle Einzelhändler verfügen inzwischen über eine Umsetzungsstrategie für Full-Stack Observability. Gleichzeitig wissen sie aber auch, dass diese Pläne kontinuierlich überprüft und angepasst werden müssen, um sich ändernden Geschäftsanforderungen gerecht zu werden und neue Umgebungen und Tools im IT-Stack zu unterstützen. Nach zwei äußerst herausfordernden Jahren wollen Technologen die nächsten zwölf Monaten nutzen, um ihr Unternehmen mithilfe von Full-Stack Observability sowohl auf IT-Ebene als auch auf geschäftlicher Ebene nachhaltig zu transformieren.