IT-Konnektivität im Einzelhandel

0

Black Friday, Cyber Monday und weiter geht‘s mit großen Schritten in das Weihnachtsgeschäft – Laut einer Konjunkturumfrage des Handelsverbandes Deutschland HDE rechnen mehr als zwei Drittel der größeren Einzelhändler mit mehr als 100 Beschäftigten mit einem Umsatzplus in 2018. Ein Gros der Umsätze fällt dabei auf die letzten drei Monate des Jahres. Da können sich moderne Einzelhändler keine Ausfallzeiten erlauben. Es ist für sie unerlässlich, mit ihren Kunden, Rechenzentren und der Cloud in Verbindung zu bleiben. Wireless-Technologien, „local“ und „wide“, helfen Einzelhändlern dabei, die Betriebszeit und den Umsatz in dieser heißen Shoppingphase zu maximieren.

Auch hierzulande wird mittlerweile die Shopping-Saison mit dem Black Friday eingeläutet. Diese Tradition aus den USA hat durch lokale Aktionen von Amazon & Co immer stärker Fuß gefasst. Im Jahr 2017 klickten die Online-Shopper in den USA laut Shopify mit einer Rate von 2.800 Bestellungen pro Minute und gaben 1 Million Dollar pro Minute auf dem Höhepunkt des Black Friday aus. In Deutschland rechnete der HDE für dieses Jahr an den Aktionstagen Black Friday und Cyber Monday mit einem Onlineumsatz von rund 2,4 Milliarden Euro – ein Plus von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Jedoch werden zumindest in den USA noch immer 85 Prozent aller Einkäufe an diesen Aktionstagen in Offline-Stores getätigt. Die kritischste Ertragsperiode des Jahres hängt online wie offline zunehmend von der zuverlässigen und sicheren WAN-Konnektivität (Wide Area Network) in Geschäften, im Internet und in Unternehmen ab.

Die Cloud hat leistungsstarke neue Tools ermöglicht, die Einzelhändlern helfen, das Kundenerlebnis zu verbessern, die Umsätze zu steigern, den Online- und Offline-Wettbewerb zu befeuern und Betrug zu bekämpfen. Untersuchungen zeigen, dass rund 70 Prozent aller Deutschen zunächst im Web recherchieren, bevor sie eine Non-Food-Kaufentscheidung treffen. Einzelhändler bieten verstärkt kostenloses WLAN im Geschäft an, um diesem Trend Rechnung zu tragen. Gleichzeitig nutzen sie WLAN für Marketingzwecke, wie beispielsweise das Angebot von Echtzeit-Coupons oder Special Deals für im Laden befindliche Kunden. Die Beacon-Technologie und Cloud-basierte AI-Anwendungen ermöglichen es Einzelhändlern, zu analysieren, wo ihre Kunden Zeit und Geld ausgeben. Mit diesen Technologien können Händler erfolgreicher Aktionen durchführen, die Platzierung von Filialen optimieren und Personal- und Lagerbestände vorausschauender verwalten. Viele Einzelhändler setzen außerdem eine neue Generation von Cloud-basierten Betrugserkennungsdiensten ein, die KI- und Crowd-Quelldaten nutzen, um Betrügern einen Schritt voraus zu sein.

Den Einzelhandel auf die Straße bringen

Anstatt darauf zu warten, dass Kunden durch die Ladentüre kommen oder auf der Website landen, finden viele Einzelhändler innovative Wege, um die Kunden dort zu treffen, wo sie leben und arbeiten. Einzelhändler haben Kioske an Flughäfen eingerichtet, um Reisende besser zu bedienen. Pop-up-Stores in Einkaufszentren können Umsätze erzielen, die mit etablierten Läden konkurrieren. Mit Millionen Paketen pro Tag, die während der vergangenen Weihnachtseinkaufssaison zugestellt wurden, nutzten die Einzelhändler auch die von DHL, Amazon und UPS angebotenen Abholschränke, um den Online-Zustellprozess sicherer und bequemer zu gestalten.

Omnichannel erfordert Omnipräsenz

Überall lässt sich die Personalisierung beim Online-Shopping erleben: Wir erhalten überraschend präzise Empfehlungen, können auf digitale Shopping-Tools wie 3D-Try-on und Sizing-Tools für Kleidung oder Brillen zugreifen, sehen immersive Simulationen und erhalten zugeschnittene vereinfachte Bestell- und Rückgabeprozesse. Zunehmend erwarten die Kunden, dass ihre guten Online-Erfahrungen auf andere Kanäle wie Ladengeschäfte übertragen werden. Aus der Sicht des Einzelhändlers bedeutet dies, ein allgegenwärtiges Kundenerlebnis in einem Omnichannel-Modell zu schaffen, indem eine Vielzahl von Internet of Things (IoT)-Geräten wie digitale Spiegel, Gesichtserkennung, Digital Signage, praktische Mini-Showrooms und mobile Apps genutzt werden. Diese Technologien können Händlern helfen, ihre Online-Aktivitäten mit den entsprechenden In-Store-Erlebnissen zu verbinden.

Warum Ausfallzeiten für Einzelhändler dramatisch sind

Während Gartner schätzt, dass ein durchschnittliches Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern bis zu 300.000 US-Dollar pro Stunde Netzwerkausfallzeit verlieren kann, können die Kosten für Einzelhändler in die Millionen gehen. Ein Beispiel aus dem Jahr 2017: Dort stürzte das Zahlungsverarbeitungssystem der US-Kette Macy‘s am Black Friday ab, so ass die Kunden im Geschäft nur mit Bargeld bezahlen konnten und Online-Kunden Pech hatten. 41 Prozent der Netzwerkausfälle dauern um die ein bis zwei Stunden und so ist es leicht zu verstehen, warum Ausfallzeiten eine Belastung darstellen. Und die Auswirkungen gehen zumeist weit über den Ausfall hinaus. Sie führen zu negativen Kundenerfahrungen und können Marken schädigen.

Wireless ist der Weg zu einer umfassenden und robusten Konnektivität. Wie in vielen anderen Branchen durchläuft der Einzelhandel – ob Konsumgüter, Gebrauchsgüter, Lebensmittel oder Dienstleistungen – aktuell einen digitalen Wandel. Die Cloud-, Mobil- und IoT-Technologien sind das Herzstück dieser Initiativen zur digitalen Transformation, so dass eine Verbindung – überall und jederzeit – sowie eine WAN-Konnektivität für Unternehmen unerlässlich ist. 4G LTE ist dabei zur bevorzugten Lösung für Einzelhändler weltweit geworden. Sie setzen 4G LTE zum einen für WAN-Failover ein, zum anderen um Non-Stop-Konnektivität für geschäftskritische Rechenzentrums- und Cloud-Anwendungen bereitzustellen, um „Store-with-a-Store“-Implementierungen sicher zu verbinden und um Popups und Saisongeschäften Konnektivität zu bieten.

„Viele Einzelhändler kämpfen noch mit dem Omnichannel-Modell und tun sich schwer, eine einheitliche Customer Journey über alle Kanäle hinweg zu gewährleisten.“
Sascha Kremer, Director Carrier Development bei Cradlepoint

Mit dem Anstieg des Datenverkehrs von Kunden, Cloud-Anwendungen und angeschlossenen Geräten nutzen Einzelhändler die Software-Defined WAN (SD-WAN)-Technologie, um die Bandbreite und Verfügbarkeit kostengünstig zu erhöhen. Sie kombinieren dazu kabelgebundenes Breitband und 4G LTE zu einer hybriden WAN-Verbindung. Da die Geschwindigkeit von kabelgebundenen Verbindungen über 100 Mbit/s steigt, sollten Einzelhändler ein Upgrade auf LTE-Netzwerklösungen der Gigabit-Klasse in Betracht ziehen, um eine konsistente Leistung beim Ausfall der kabelgebunden Anbindung zu gewährleisten. LTE der Gigabit-Klasse ist nicht nur in der Lage, Glasfasergeschwindigkeiten über Mobilfunk zu liefern, sondern bietet auch Einzelhändlern, die 5G-fähige LTE-Netzwerklösungen erworben haben, einen Weg zu 5G.
Prognosen versprechen, dass 2018 ein gutes Jahr für den Einzelhandel wird. Dieser steckt jedoch in großen Umwandlungsprozessen. Viele Einzelhändler kämpfen noch mit dem Omnichannel-Modell und tun sich schwer, eine einheitliche Customer Journey über alle Kanäle hinweg zu gewährleisten. Die Erwartungshaltung der Kunden an den Handel steigt. Wenn Einzelhändler ihre Probleme diagnostizieren und die notwendigen Schritte unternehmen, um die bestehenden Herausforderungen anzugehen, wird das auch den Erfolg des Jahresendgeschäfts unterstützen.

Artikel kommentieren