Wieviel Flash-Speicher braucht ein Unternehmen?

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Solid-State Disks (SSDs) oder Flash-Speicher haben laut den Marktforschern der Enterprise Strategy Group (ESG) ein hohes Wachstumspotential. Aber nicht jede Anwendung braucht unbedingt diese hochperformanten Speicher.

Performance ist zu einem der beliebtesten IT-Schlagwörter geworden. Und in der Tat erfordern viele Workloads, Berechnungen und sonstige Aufgaben wie Analytics/Big Data sehr schnelle Server und Speicher. Die amerikanische Enterprise Strategy Group (ESG) hat jetzt eine Untersuchung vorgestellt, nach der sehr viele Unternehmen nach wie vor SSDs oder Flash Storage einkaufen, damit ihre IT-Infrastruktur auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Der ESG-Report basiert auf Gesprächen mit 410 IT-Profis, die im EMEA-Raum für die Evaluierung, Anschaffung und Verwaltung von Speichersystemen in mittleren und großen Unternehmen verantwortlich sind. Es wurde auch nach dem Einsatz von Solid-State Storage gefragt: Fast die Hälfte (45 Prozent) der interviewten Personen gab an, dass sie diese Form der Technologie in irgendeiner Form benützt – Italien liegt mit 57 Prozent der Unternehmen an der Spitze, wärend Rußland mit 35 Prozent das Schlußlicht bildet.

Gefragt wurde auch nach dem Prozentsatz der Workloads, bei denen diese leistungsfähigen Speicher im Rechenzentrum eingesetzt werden – entweder bereits aktuell oder in den nächsten drei Jahren geplant. Über ein Drittel (38 Prozent) der gegenwärtigen und der zukünftigen Anwender glauben, dass zwischen 21 und 30 Prozent ihrer Speicherkapazität aus Flash Storage bestehen wird. Dazu schreibt die ESG: “Das bedeutet insgesamt, dass 79 Prozent der aktuellen und der potentiellen Anwender glauben, nicht mehr als 30 Prozent ihrer Workloads und Anwendungen brauchen das Performance-Niveau, das von Solid-State Storage geliefert wird.”

Es gilt jedoch, so die ESG, einen wichtigen Unterschied zwischen den gegenwärtigen und den potentiellen Usern zu beachten: Vor allem die Unternehmen, die bereits Flash-Speicher einsetzen, glauben zu 28 Prozent, dass sie in der Zukunft noch mehr als 30 Prozent ihrer Speicherkapazitäten in Flash anlegen werden, während sich die andere Gruppe mit 19 Prozent deutlich skeptischer gibt. Wer bereits Erfahrung mit SSDs gemacht hat, will diese Technologie auch für weitere Anwendungen bereitstellen.

Die verbesserte Performance wird von 49 Prozent der gegenwärtigen und potentiellen Anwender als Hauptargument für SSDs angegeben. Etwa ein Drittel beurteilt die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit dieser Speicher gegenüber traditionellen Festplatten als wichtigen Faktor für ihren Einsatz. Es gebe wegen der fehlenden Rotation und veränderter Schreib- und Lesefunktionen weniger Ausfälle, wofür man auch bereit sei, höhere Kosten in Kauf zu nehmen.

Mit 39 Prozent werden der geringere Energieverbrauch und mit 38 Prozent die verbesserte Ressorcenauslastung als positiv beurteilt. Man müsse überdies weniger in Kühlungssysteme investieren.

Laut ESG wollen viele Unternehmen zwar mehr für Flash Storage ausgeben, seien sich aber bewusst, dass nicht alle Anwendungen mit dieser Technologie ausgestattet werden müssten.

Viele Hersteller haben hier versucht, unrealistische Ansprüche zu erwecken. Schnelligkeit allein ist nicht immer das entscheidende Kriterium. Anwender sollten sich deshalb gut überlegen, wie weit sie mit ihren Flash-Investitionen gehen wollen. Das gilt insbesondere für die sehr leistungsfähigen, aber auch teuren All-Flash-Arrays (AFAs), die von vielen Herstellern als das Non-Plus-Ultra im Speicherbereich angepriesen werden.

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