Von der Messe in den Shop

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So manches Handelswerkzeug hat auf der EuroCIS als Innovation das Licht der Welt erblickt, und ist heute nicht mehr aus dem Handel wegzudenken. IT4Retailers liefert eine Übersicht.

Digital Signage: Der Begriff beschreibt ein Netzwerk elektronischer Displays, deren Inhalte an zentraler Stelle verwaltet und zugewiesen werden. Waren solche Displays anfangs in den Fußgängerzonen großer Städte, an Bahnhöfen und auf Flughäfen zu finden, sind sie längst im Handel – auch in kleinen Unternehmen – angekommen. An der Rückwand der Fleischtheke zeigt eine Diashow die Angebote der Woche, an einer Displaysäule im Baumarkt kann der Kunde die angebotenen Werkzeuge im Einsatz beobachten, im Einkaufszentrum verrät ihm ein intelligentes Display, auf welcher Etage und in welcher Ecke er einen neuen Hut, ein Skistiefel oder eine Armbanduhr bekommt.

Digitale Instore-Lösungen: Über die inzwischen etablierten Digital Signage Systeme hinaus finden sich im modernen Einzelhandel etliche digitale Lösungen, teils an der Schnittstelle zum Kunden, teils der internen Kommunikation vorbehalten. Dazu gehören zum Beispiel digitale, ebenfalls von zentraler Stelle aus steuerbare Preisschilder, mit denen der Trend zum Dynamic Pricing in den stationären Einzelhandel gelangt. Händler können damit die Preise täglich den Marktgegebenheiten anpassen, ohne die Preisschilder einzeln manuell austauschen zu müssen. Eine Selbstverständlichkeit in vielen Läden sind inzwischen auch digitale Lösungen, mit deren Hilfe Mitarbeiter einen schnellen Blick ins Lager werfen können, ohne sich physisch dorthin zu bewegen. Aus dem „Ich seh mal eben hinten nach“ ist vielerorts das kürzere „Ich seh mal eben nach“, verbunden mit einem Blick aufs Tablet geworden. Nur wenn die gesuchte Ware noch vorrätig ist, macht sich der Mitarbeiter anschließend auf den Weg. Wenn nicht, verrät das Tablet dem Mitarbeiter, wann der Kunde mit Nachschub rechnen kann.

An der Schnittstelle zum Kunden sind auch Produktfinder, Virtual Promoter oder  Virtual-Reality-Anwendungen. Relativ neu in den Geschäften sind zudem digitale Stilberater oder Kiosk-Systeme, die eine schnelle Lieferung der Produkte nach Hause sowie das Tracking unterstützen.

Mobile Apps für den Kunden: Beacon-Technologie hat sich zwar bislang nicht so entwickelt wie ursprünglich angenommen, andere mobile Lösungen werden von den Kunden aber durchaus goutiert. Dazu gehören zum Beispiel in die Händler-Apps integrierte Barcode-Scanner, mit deren Hilfe sich der Kunde schnell selbst über Inhaltsstoffe, Materialien, Herkunft und andere Besonderheiten einer Ware informieren können. Auch Augmented-Reality-Lösungen sind keine reine Zukunfsmusik mehr: Beispiel: Kunden oder Mitarbeiter halten ihre Smartphone-Kamera auf eine Vielzahl von Produkten im Regal und bekommen auf einen Blick alle veganen Produkte auf ihrem Display grün angezeigt. Für Mitarbeiter liefern die AR-fähigen Apps zudem Produktinformationen, die Prozesse wie Preisüberprüfung, Kommissionierung und Bestandsverwaltung deutlich effizienter gestalten.

Durchgesetzt haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stets die Innovationen, die Kunden einen echten Mehrwert – über den reinen Unterhaltungswert hinaus – gebracht haben. So waren auf der EuroCIS zuletzt etwa auch humanoide Roboter sehr beliebt, durchsetzen werden sich die sympathischen Maschinen im Handel aber wohl nur, wenn sie den Kunden nicht bloß als Selfie-Partner zur Verfügung stehen, sondern echten Mehrwert bieten. Das tun Roboter im Handel inzwischen durchaus – aber weniger in der Kundeninteraktion, dafür mehr in Logistik und Lager. Dort kommissionieren und verpacken Roboter zum Beispiel individuelle Kundenbestellungen. Diese Roboter sehen weniger menschenähnlich aus, haben aber wegen ihres konkreten Nutzens das Potential, sich mindestens in größeren Handelsunternehmen durchzusetzen.

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