Studie: Digitale Transformation im Handel nimmt Tempo auf

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B2B E-Commerce & E-Business 2019

Der deutsche Handel kommt bei seiner digitalen Transformation voran: Zu diesem Resultat kommt der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“. Die Benchmark-Studie erstellte das Analystenhaus techconsult zum dritten Mal im Auftrag der Deutschen Telekom. Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Digitalisierungsindex der Handelsunternehmen um einen Punkt und erreicht nun 50 von 100 möglichen Punkten. Der Durchschnitt aller Branchen liegt bei 55 Indexpunkten.

38 Prozent der Unternehmen haben die Digitalisierung fest in ihre Geschäftsstrategie integriert – im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg von einem Prozent. Den Spitzenwert von 100 Punkten könnte ein Unternehmen erreichen, wenn es sämtlichen digitalen Handlungsfeldern die höchste Relevanz zuordnen würde und dabei maximal zufrieden mit der Umsetzung wäre.

Dass das Digitalisierungstempo im Handel nicht so hoch ist wie zum Beispiel in der Industrie, liegt vor allem an der starken Fragmentierung der Branche. Für kleine Betriebe sind Digitalisierungsprojekte mit größerem Umfang, wie beispielsweise Kollaborationsplattformen, meist nicht relevant. Kleine Betriebe sind zwar an einer digitalen Transformation interessiert, wissen aber oft nicht, wie sie diese angehen sollen.

Bessere Kundenbeziehungen

Viele Unternehmen werten mit professionellen Datenbanken das Kaufverhalten ihrer Kunden aus und erstellen auf dieser Basis individuelle Angebote. 74 Prozent der Firmen, die Kundeninformationen mit professionellen Kundendatenbanken systematisch erfassen, sagen, dass sich ihre Kundenbeziehungen durch die Digitalisierung verbessert haben. 18 Prozent der Handelsbetriebe nutzen Big-Data-Analysen, um ihren Kunden personalisierte Produkte, Lösungen und Services anzubieten. Mit Erfolg: 75 Prozent der Handelsunternehmen, die Daten aus unterschiedlichen Quellen verknüpfen und analysieren, profitieren von höheren Umsätzen – Tendenz steigend. 26 Prozent planen den Einsatz von Big-Data-Analysen in den kommenden zwei Jahren. Knapp jedes zweite Handelsunternehmen arbeitet daran, Big-Data-Analysen zu nutzen, um ihre Warenbestände in Echtzeit zu analysieren. Grundlage dafür sind Cloud-Lösungen. 71 Prozent der Unternehmen, die Cloud-Lösungen bereits einsetzen, erleben effizientere interne Prozesse und höhere Flexibilität ihrer Organisation.

Mehr Umsatz durch Digitalisierung

Digital Leader, also Handelsunternehmen mit einem besonders hohen digitalen Reifegrad, sind viel zufriedener mit ihren Geschäftskennzahlen als der Rest der Branche. Bei 83 Prozent der Digital Leader stieg im vergangenen Jahr der Umsatz. Bei den durchschnittlich digitalisierten Händlern schafften das nur 68 Prozent.

„Investitionen in digitale Lösungen rentieren sich. Sie tragen dazu bei, den Umsatz zu steigern, Kosten zu verringern und flexibler zusammen zu arbeiten“, sagt Thomas Spreitzer, verantwortlich für den Vertrieb im Bereich kleine und mittlere Unternehmen sowie den Partnervertrieb und das Marketing bei der Telekom Deutschland. „Doch auf der anderen Seite gibt es zahlreiche mittelständische Händler, die nicht einmal über eine Internetpräsenz, geschweige denn über einen Onlineshop verfügen. Für sie ist es das Wichtigste, jetzt mit der Digitalisierung anzufangen.“

Digitale Kompetenz als Grundlage für digitale Transformation

Unternehmen, die sich im Wettbewerb behaupten und zu digitalen Vorzeigeunternehmen werden möchten, brauchen neben funktionierender Technologie vor allem Mitarbeiter, die digitalen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen sind. Lediglich ein knappes Drittel der mittelständischen Händler hält die eigenen Mitarbeiter für digital optimal qualifiziert. 39 Prozent der Handelsunternehmen halten die digitale Kompetenz für einen wesentlichen Erfolgsfaktor. Zum Vergleich: Der Gesamtdurchschnitt aller Unternehmen liegt hier bei 46 Prozent.

Transformation lohnt sich

Für 41 Prozent der Unternehmen haben sich die Investitionen in die Digitalisierung bereits ausgezahlt, bei ihnen übersteigt der Nutzen der Transformation bereits deren Kosten. Bei den Digital Leader sind es sogar 57 Prozent. Auch kleinere digitale Maßnahmen haben dabei oft eine positive Wirkung auf den Umsatz. Schon mit einer professionellen Webseite und einem ansprechenden und reibungslos funktionierenden Onlineshop erreichen Handelsunternehmen mehr Kunden und erzielen höhere Umsätze.

Kostenloser Self-Check:

Auf der Webseite sind alle Branchenteilberichte sowie die Gesamtstudie zu finden. Unternehmen können hier auch den Self-Check durchführen und in wenigen Minuten ermitteln, wie digital ihr Unternehmen unterwegs ist.