Wie sich Microsoft um Start-ups kümmert

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Start-ups sind in der IT allgegenwärtig. Sie haben neue Ideen, aber die Durchsetzung am Markt ist schwierig. Ein Unternehmen wie Microsoft hilft.

Start-ups gibt es in vielen IT-Branchen. Doch insbesondere die Speicherbranche ist von einem technologischen Umbruch durch Flash, software-defined Storage und Storage in der Cloud geprägt. NetApp (SolidFire), HPE (Nimble Storage), Western Digital (Tegile) und andere haben interessante Ansätze aufgekauft und in ihr eigenes Produkt-Portfolio integriert. Anderen Start-ups ist es gelungen, sehr viel Förderkapital aufzunehmen und selbst eine internationale Ausdehnung zu starten (zum Beispiel Hedvig, Rubrik oder Scality) oder sich an den Börsen zu etablieren wie Nutanix oder Pure Storage.

Die technische Entwicklung verläuft insgesamt sehr stürmisch und zahlreiche neue Start-ups sind dabei, sich mit ihren Ideen und Erfindungen am Markt zu positionieren – auch aus der OpenSource-Szene wie zum Beispiel um die OpenStack Foundation oder die Cloud Foundry Foundation herum.

Fortschrittliche Anwender beobachten diese blühenden Technik-Landschaften, suchen direkten Kontakt für eigene Evaluationsstudien oder informieren sich erst einmal auf internationalen Konferenzen oder im Internet.

Von der Seite der etablierten IT-Industrie sticht Microsoft durch eine Reihe von Maßnahmen hervor. Für Start-ups in der Frühphase bietet der Hersteller Unterstützung mit dem BizSpark-Programm, mit dem kostenloser Zugang zu Microsoft Azure Cloud Services und zu Software und Support geboten wird.

Für Start-ups, die sich bereits in der Expansionsphase befinden, hat Microsoft ein Accelerator-Programm aufgelegt, das an sieben Standorten weltweit bereitsteht: in Bangalore, Peking, London, Seattle, Shanghai, Tel Aviv und Berlin. Laut Microsoft hilft das Unternehmen „den Teilnehmern dabei, ihr Geschäft zu entwickeln und bietet Zugang zum weltweiten Netzwerk an Kunden und Partnern sowie moderner Technologie wie künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Mixed Reality“. Der Hersteller betont, sich nicht direkt an den geförderten Unternehmen zu beteiligen.

Die ausgewählten Start-ups erhalten eine Gutschrift von 500.000 US-Dollar zur Nutzung der Cloud-Dienste von Microsoft. Das Programm bietet auch Kontakte zu Entwicklern und Spezialisten bei Microsoft.

Preisträger 2017

Eine 30-köpfige Jury aus Experten von Venture Capital Fonds, Microsoft und Partnern in Berlin zehn Technologie-Startups für das Accelerator-Programm ausgewählt, darunter neun aus Deutschland. An den ersten Workshops nahmen Experten wie der israelische Verhandlungsspezialist Daniel Reisner, Preisstrategie-Berater von Simon, Kucher & Partners, Spezialisten für Organisationsentwicklung der Trenkwalder Group, israelische Kommunikationstrainer von Virtuozo und Talententwicklungs-Coaches von Autoris teil.

Die jetzt geförderten Start-ups und ihre Technologien und Produkte sind:

  • BigchainDB (Berlin): Datenbank, die auf Blockchain-Technologie beruht.
  • Building Radar (München): Echtzeit-Suchmaschine für weltweite Bauvorhaben.
  • io (Berlin): Skalierbare Datenbank in Echtzeit für große Datenmengen wie Internet of Things (IoT).
  • Giant Swarm (Köln): Container-Plattform auf Basis der Opensource-Entwicklung Kubernetes.
  • LeanIX (Bonn): Software-as-a-Service für beschleunigte Entscheidungsfindung in Unternehmen.
  • nyris (Berlin): Schnelle Bildsuchmaschine als Software-as-a-Service.
  • So1 (Berlin): Promotion-Plattform zur Kundengewinnung.
  • Styla (Berlin): Content-Management-System für E-Commerce.
  • Tellmeplus (Paris): Predictive Objects verknüpft Big Data, Machine Learning und Künstliche Intelligenz.
  • Trufa (Heidelberg): Performance Management für schnellere Entscheidungsfindung.

Iskender Dirik, Managing Director des Microsoft Accelerator Berlin, begründet das Engagement des Konzerns: „Wir bieten Gründern mit einem ausgereiften Geschäftsmodell die Möglichkeit, ihr Business zu skalieren, neue Kunden und nationale wie internationale Märkte zu erschließen und den nächsten Schritt hin zum skalierenden Unternehmen zu meistern.“

Ganz so selbstlos wird es aber sicher nicht sein: Durch den engen Kontakt mit den ausgewählten Start-ups werden schon so einige Ideen bei dem Konzern hängen bleiben.

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