Was sind hyper-converged Systeme?

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Hyper-converged Systeme bestehen aus Server, Storage und Netzwerk in einem einzigen Gerät plus Management-Software. Sie gleichen dem Aufbau von Mainframes.

Historische Vorläufer sind die Mainframes: Ihre Rechner vereinbarten Server, Storage und Netzwerk und sind sehr leistungsfähig, aber auch teuer. Historisch betrachtet, wurden sie in den meisten Unternehmen abgelöst durch ein verteiltes Computing aus einzelnen Servern, Storage- und Netzwerk-Systemen. Im Laufe dieses Übergangs entstanden jeweils spezialisierte Gruppen von Herstellern, zum Beispiel Dell und Hewlett-Packard für Server, EMC und NetApp für Storage und Cisco und Juniper für Netzwerke.

Die Unternehmen bauten ihre individuelle IT-Infrastruktur aus den am Markt verfügbaren Komponenten zusammen, je nach Leistung oder Preis. In der Praxis führte das dazu, dass sich viele Administratoren auf einzelne Segmente konzentrierten und „ihre“ Zuständigkeiten für Server, Storage oder Netzwerk verteidigten. Im Falle von Problemen ist noch heute das „Fingerpointing“ weit verbreitet – zuständig oder schuld sind immer die anderen Abteilungen.

Blade-Server waren ein Versuch, mehrere Komponenten in einem Gestell zusammenzufassen und über eine Software-Konsole zu managen, konnten sich aber nicht allgemein durchsetzen. Die ursprünglich von EMC, Cisco und VMware in einem Joint Venture gemeinsam gegründete Firma VCE brachte ab 2009 eine vorkonfigurierte converged Plattform heraus, die aus Komponenten von den drei Partnern bestand. Ursprünglich waren sie nur locker miteinander verbunden, etwa so, wie es Unternehmen schon eigenständig durchgeführt hatten. 2014 übernahm EMC die Anteile von Cisco und integrierte VCE in die eigene Firma. Zu den Produkten gehören Vblock, VxBlock, VxRack und VxRail.

DataCore liefert einen ähnlichen Ansatz, bei dem über eine Software-Plattform unterschiedliche Produkte verschiedener Hersteller zu einer gemeinsamen virtualisierten Plattform verbunden wurden. DataCore spricht heute von einem software-definierten Modell.

Den entscheidenden Schritt nach vorne zu einem wirklich integrierten Produkt brachten neue Hersteller aus der Startup-Szene wie Nutanix oder Simplivity (von HPE aufgekauft). „Hyper-converged“ soll hier stärker über Software virtualisiert und tatsächlich integriert bedeuten. Außerdem sind die Produkte laut Herstellerangaben schneller zu installieren und betriebsbereit. Im Prinzip ähneln diese Systeme einer verteilten Compute-Instanz, wie sie der Mainframe eingeführt hatte – heute jedoch großenteils mit Commodity-Hardware und damit wesentlich billiger verwirklicht. Weitere Kennzeichen sind: automatisierte Prozesse, ein separates Storage Area Network (SAN) wird überflüssig, niedriger Stromverbrauch und weniger Racks

Gartner Research geht davon aus, dass der Markt für hyper-converged Produkte im Jahr 2019 einen Umfang von etwa 5 Milliarden Dollar erreichen wird, weil dann auch immer mehr geschäftskritische Anwendungen auf diese Systeme verlagert werden. Und laut IDC haben die Verkäufe von hyper-converged Systemen schon in den letzten Jahren um jeweils etwa 65 Prozent zugenommen. Alle converged Systeme zusammen machten schon jetzt etwa ein Viertel des gesamten Infrastrukturmarktes aus.

Anwender sind gut beraten, sich näher mit den Vorteilen von hyper-converged Systemen zu beschäftigen.

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