WLAN hilft bei Store Transformation

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Jeder dritte Euro wird 2020 online ausgegeben laut Studie des Handelsverbandes. Dennoch sehen Kunden das Ladengeschäft als wichtige Quelle für Inspirationen – auch für den Online-Einkauf. Dabei ist kostenloses WLAN die gewünschte Top-In-Store-Technologie.

Dennoch legen Kunden weiterhin viel Wert auf das Einkaufen im Geschäft. Für den Kunden sind stationäre Geschäfte nicht mehr nur reine Orte der Bedarfsbefriedigung. Kunden sehen Ladengeschäfte gegenwärtig viel mehr als Inspirationsquellen, Orte der Unterhaltung und des Erlebnisses. Um dieser Herausforderung zu begegnen muss sich die Ladenfläche verändern: Die Zeit der Store Transformation ist gekommen.

Top-In-Store-Technologie WLAN

Durch die zahlreichen Informationskanäle, die Kunden heute online zur Verfügung stehen, sind sie meist selbst bereits Produktexperten. Persönliche Empfehlungen während des Einkaufens werden vom Kunden dennoch sehr geschätzt, genauso wie die Behandlung als Stammkunde, ein angenehmes Ambiente oder VIP-Lounges, Erfrischungen oder Einladungen zu speziellen Events. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Total Retail 2016 von PwC, in der deutsche Online-Shopper gefragt wurden, an welchen Stellschrauben Händler im stationären Geschäft drehen müssten, damit sich das In-Store Erlebnis verbessert.

Die meisten Kunden wünschen sich demnach nicht nur qualifiziertes Personal und modernisierte Läden, sondern primär bessere In-Store-Technologien. Aus Konsumentensicht ist kostenloses WLAN die gewünschte Top-In-Store-Technologie im Einzelhandel. 55 Prozent finden ein Ladengeschäft mit schnellem Internetzugang attraktiv, um z.B. online nach weiteren Angeboten schauen zu können. Auch moderne Bezahlverfahren (53 Prozent), interaktive Shoppingwände oder Schaufenster (49 Prozent), Touchscreens und Tablets im Laden (45 Prozent) sowie kostenlose Ladestationen für Smartphones (41 Prozent) stehen hoch in der Gunst der Kunden, so die PwC-Studie.

 Displays, virtuelle Räume und Café

Dass Produkte im Laden auch auf Displays oder mithilfe anderer moderner Technologien wie Virtual Reality präsentiert werden, ist in den meisten Läden noch Zukunftsmusik. Der so eingesparte Verkaufsraum bietet zum Beispiel Platz für Lounge-Sitzmöbel, ein Café oder sogar eine kleine Bibliothek. Auf mobilen Tablets kann sich der Kunde über andere Modelle und Größen samt Verfügbarkeit online informieren und direkt bestellen.

Mobile Bezahllösungen und mit Tablets ausgerüstete Verkäufer sind heute bereits im Einsatz. Virtuelle Anproben und die Möglichkeit Fotos in sozialen Netzwerken mit Freunden zu teilen, um so z.B. ein Kleid bewerten zu lassen, sind hingegen die Konsumententrends der Zukunft.

„Die digitale Toolbox, die dem stationären Handel dabei zur Verfügung steht, ist vielfältig. Ziel sollte es sein, das traditionelle Einkaufserlebnis in eine innovative Shopping Experience zu transformieren. Und das gelingt nur demjenigen, der die Bedürfnisse der Kunden klar im Blick hat und wirklich relevante Services und Empfehlungen bietet”
Rainer Wiedmann, Management Berater bei IQ!.

Über den Bildschirm hinaus: VR, Beacons und BLE

Händler wie der Schuhhändler Görtz oder die Elektronik-Kette Media-Saturn greifen an einigen ihrer Standorte bereits auf Anwendungen im Bereich virtuelle Realität zurück. Sie machen ihre Produktpalette mit Hilfe spezieller VR-Brillen auch dann erlebbar, wenn sie nicht vorrätig sind. Dass das Potential von VR gewaltig ist, wird auch in Kooperationen wie der von Facebook und Samsung deutlich: Die beiden Unternehmen arbeiten an einer Echtzeit-VR-Übertragung, in der mehrere Menschen gleichzeitig interagieren können – wie sie 2016 auf dem Mobile Congress in Barcelona ankündigten.

 „Digitale Display-Technologien sind nur eine der vielen Möglichkeiten der Store Transformation“, so Wiedmann: „Beacons und BLE, digitale Preisschilder und Personal Shopping Assistants, Waren-Scans mit dem Smartphone oder animierende Displays mit Bewegungsmeldern sowie 3D-Produktabbildungen machen das Shopping schon jetzt ansprechender und den stationären Handel auch zukünftig konkurrenzfähig.”

Die Store Transformation hin zu einem verzahnten Einkaufserlebnis von online und offline befriedigt die neuen Bedürfnisse der Kunden und liefert Händlern darüber hinaus wichtige Daten zur Analyse. So ergeben sich Einblicke in das sich beständig ändernde Einkaufsverhalten der Kunden, die bisher nur dem Onlinehandel zur Verfügung standen. Dabei ist gerade diese intelligente Nutzung der Kundendaten in Zukunft wettbewerbsentscheidend. Zu dem Fazit kommt auch die IQ! Studie: „Der stationäre Handel ist nicht tot. Aber er verändert sich gerade radikal. Und sehr schnell. Daher wird zukünftig die Frage eher sein, wer den stationären Handel betreibt. Und das wird der Anbieter sein, der die sich verändernden Kundenerwartungen durch eine intelligente Verbindung aller Kanäle am besten erfüllt. Nicht notwendigerweise der Größte.”

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