Tchibo vermietet Kaffee, pardon Kindersachen

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Guter Kaffee hat seinen Preis. Tchibo und andere haben es seit langem verstanden, die Kombination gut und günstig miteinander zu verbinden. Mit den neuen Mietangeboten werden ganz andere Töne angeschlagen.

Die Welt des Handels, egal ob klassischer Ladenverkauf oder E-Commerce, verändert sich permanent. Oft genug zum Vorteil des Konsumenten, dessen Auswahl immer wieder erweitert wird – wobei gerade in Deutschland Billigangebote dominieren.

“Unter Einkaufspreis” lautet ein beliebter Slogan. Wie man damit Gewinn erwirtschaften kann, bleibt in der Regel das Geheimnis des Retailers. Wobei findige Kunden natürlich schnell darauf kommen, dass es sich hier wohl um eine “Mischkalkulation” handeln dürfte – hier unter, dort knapp oder deutlich über dem Einkaufspreis. Was im letzteren Fall dann natürlich auch nicht so deutlich ausgesprochen wird, sondern dem “Einkaufsverhalten” der lieben Kundschaft überlassen wird.

Tchibo hat sich jetzt etwas Neues ausgedacht. Um den guten, alten Kaffee herum gab es schon immer jede Menge Sonderangebote, meistens zeitlich sehr eingeschränkt, um über die Anzahl der Stammkundschaft weitere Käuferkreise in die Läden und in den Web-Shop zu locken. Von Unterwäsche bis zu Christbaumschmuck. In der Regel extra in größeren Mengen billig und “exklusiv” für den Kaffeeröster produziert. Die neue Methode heißt jetzt Vermieten.

Vermieten bedeutet dem Kern nach, dass mit dem Kaufpreis kein Eigentumswechsel einhergeht, sondern dass die Ware weiterhin dem Anbieter gehört. Mieten von Wohnungen oder Autos (auch in der Leasing-Variante) sind vielleicht die bekanntesten Beispiele.

Tchibo denkt bereits an Erweiterung des Angebots

Die ersten Erfahrungen mit der Mietware sollen so gut sein, dass Tchibo bereits an eine Erweiterung des Angebots denkt. Im Januar 2018 kam der Kaffeeröster online mit dem Miet-Service “Tchibo Share” einschließlich kostenlosem Rückversand heraus: Kunden können Baby- und Kinderkleidung für eine befristete Zeit ausleihen. Fast jeder weiß, wie schnell ganz kleine und auch schon etwas größere Kinder aus den Sachen herauswachsen, und in immer weniger Familien ist kein weiterer Nachwuchs vorhanden, an den man die teuren Klamotten weitervererben kann. Insofern hat Tchibo einen Treffer gelandet.

In einer Pressemitteilung vom 24. April 2018 heißt es: “Das Feedback der Tchibo Share-Kunden nach drei Monaten zeigt: Der Miet-Service kommt gut an, der Bestellprozess ist einfach und schnell – und der Nachhaltigkeitsaspekt beim Mieten überzeugt. Gleichzeitig wünschen sich die jungen Eltern mehr Auswahl im Miet-Shop.” Diesem Wunsch komme Tchibo nun nach: Ab sofort soll das Sortiment deutlich erweitert werden: “Angeboten wird mehr Kleidung als bisher. Zur Auswahl stehen zukünftig auch festliche Mode sowie Regenbekleidung und Spielzeug.”

Tchibo verfolgt mit der Aktion auch einen guten Zweck, wie das Unternehmen mitteilt: Es gehe um den „doppelten Nachhaltigkeits-Aspekt“, denn die Produkte seien “nicht nur nachhaltig produziert, sondern stützen durch die wiederholte Nutzung durch verschiedene Kunden auch den Grundgedanken der Nachhaltigkeit und setzen ein Zeichen gegen Verschwendung”.

Nanda Bergstein, Direktorin Unternehmensverantwortung bei Tchibo, erklärt. „Wir sind sehr zufrieden, dass Tchibo Share schon in den ersten drei Monaten so gut angenommen wird. Wir werden daher das Sortiment für die jungen Familien stetig weiterentwickeln. Es freut uns, dass wir mit unserem innovativen Angebot neuen Schwung in das Thema Sharing und den Mietmarkt insgesamt bringen konnten.“

Media Markt und Otto haben ebenfalls Mietangebote im Programm. Wir warten jetzt auf Amazon und den neuen “Prime”-Knüller “Bücher zum Mieten”. Mit Büchern hat ja bei Amazon einmal alles angefangen.

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