Non-Cash Bezahlungen nehmen zu

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Die internationalen Zahlungsbedingungen sind starken Änderungen unterworfen. Die allgemeine Tendenz zeigt: Klassisches Geld verliert an Bedeutung.

Zum zweiten Mal haben die Beratungsgesellschaft Capgemini und die Bank BNP Paribas 2017 zusammen den „World Payments Report“ herausgebracht. Diese Partnerschaft verbindet Insider-Wissen und tiefer gehende Analysen über die globalen non-cash Transaktionen zwischen Banken und anderen Finanzinstitutionen.

Die Daten beziehen sich auf 2015 und zeigen ein Wachstum der globalen non-cash Transaktionen von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – das größte Wachstum innerhalb des letzten Jahrzehnts. Die Summe der Transaktionen betrug 433,1 Milliarden Dollar. Zwei Regionen haben besonders zu diesem Wachstum beigetragen: Asien mit 43,9 Prozent und Zentraleuropa, Middle East und Africa (CEMEA) mit 16,4 Prozent.

Bei den Top 10 der non-cash Transaktionen hat sich China mit 38,1 Milliarden Transaktionen auf den zweiten Platz vorgeschoben und Brasilien damit auf Platz drei verdrängt. Chinas Erfolg beruht auf einer Wachstumsrate von 63,2 Prozent, was vor allem auf einer Zunahme von digitalen Bezahlungen in ländlichen Regionen beruht.

Dieses generelle Wachstum an non-cash Transaktionen findet unter neuen regulatorischen Bedingungen von staatlicher Seite statt, die Geschäftsmodelle und Lösungen der beteiligten Payment-Serviceanbieter verändern. Besonders nimmt man Einfluss auf die Konkurrenzbedingungen und die Innovationsbereitschaft bei den Payment Services. Die Key Regulatory Industry Initiatives (KRIIs) werden voraussichtlich zu mehr Standardisierung und Transparenz führen, was sich dann bei den Kunden in neuen innovativen Lösungen niederschlagen soll.

Eine der wichtigsten KRIIs ist die überarbeitete Payment Services Directive (PSD2), die zu Beginn des Jahres 2018 in Europa eingeführt werden soll. Damit unternimmt Europa einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem voll interoperablen digitalen Markt. Und dies wird weitreichende Folgen für Banken, Payment Services Providers (PSPs), FinTechs und Unternehmen haben. Andere Regionen werden auf diese Weise unter Druck gesetzt, ähnliche Regelungen für einen globalen Markt digitaler Bezahlmethoden zu schaffen.

Die PSD2 soll innerhalb der EU in nationale Gesetze umgesetzt werden, doch es ist unklar, ob dem alle Länder in der gleichen Geschwindigkeit folgen werden. Dies könnte sich wiederum negativ auf die beabsichtigten Regulatory Technical Standards (RTS) der PSD2 auswirken.

Die Player auf dem non-cash Finanzmarkt und die Unternehmen müssen diese Entwicklungen aufmerksam verfolgen, um nicht plötzlich in einer proprietären Ecke zu landen.

 

 

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