Was ist dran an der Blockchain-Technologie?

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Die Blockchain-Technologie hat die Krypto-Währung Bitcoins möglich gemacht und ist seitdem in aller Munde. Potenzial hat die Blockchain-Technolgie insbesondere in den Bereichen Internet of Things (IoT), in der Finanzwirtschaft, beim Digital Rights Management sowie in den Branchen E-Commerce und E-Government. Auch Händler sollten die Technologie fest im Blick haben.

Interessant für Händler ist das Digital Rights Management in Zusammenhang mit dem Internet of Things. Basierend auf dem Blockchain-System Ethereum will Mitgründer Christoph Jentzsch vom Start-Up Slock.it sämtliche miteinander  vernetzten Geräte ansteuern und über Smart-Contracts verfügbar machen.

So kann jede Dienstleistung nach Benutzung fair und nach vorher vereinbarten Konditionen abgerechnet werden. Ein Auto zum Beispiel, das auf Raten gekauft wird, deaktiviert sich dann, wenn eine Rate ausfällt. Ein anderes Beispiel wäre das Bezahlen von Wasser, Strom oder Gas in Echtzeit zu festgelegten Konditionen, die in der Blockchain gespeichert sind und überprüft werden können. Mietverträge, Verleih, das Management von Rechten: all das kann die Blockchain revolutionieren.

Vorreiter im Logistiksektor

Die Lufthansa hat die Fähigkeiten der Blockchain zur neutralen Dokumentation von Informationen bereits erkannt und die Initiative Blockchain for Aviation (BC4A) ins Leben gerufen. „Künftig könnten Bauteile nach ihrer Herstellung mit allen relevanten Daten – beispielsweise der Prüfnummer – in einer Blockchain registriert werden. Wird das Teil in einem Flugzeug verbaut, werden diese Informationen erneut in einer weiteren Blockchain gespeichert. Fällt das Teil dann aus, können die Wartungstechniker anhand der hinterlegten Informationen die exakte Flugstundenzahl nachvollziehen und entscheiden, ob sie das Teil austauschen oder reparieren. Bei einer Reparatur werden auch diese Informationen zu dem jeweiligen Bauteil in einer separaten Blockchain gespeichert“, erklärt der Director Sales New Business Controlling bei Lufthansa, Patrick Götze, auf Lufthansa-Industry-Solutions.com.

Dienstleister für Blockchain-Implementierung

Die Big-Player wollen sich den technologischen Vorsprung nicht nehmen lassen, daher arbeiten Microsoft, IBM und Intel fieberhaft an der Integration der Blockchain-Technologie in ihren bestehenden Cloud- und Softwareangeboten.

Aber in diesem Falle geht die Innovation nicht von den Großunternehmen aus. Ein Dienstleister für Blockchain-Lösungen auf Enterprise-Level ist die Firma Bloq aus den USA. Zu ihren Partnern gehören Deloitte. Microsoft, Circle und Bitpay. Bloq bietet mit dem Bloq Enterprise OS Betriebssystem die erste umfassende Software für die Entwicklung und Bereitstellung eigener Blockchain-Anwendungen auf Frontend-Seiten, basierend auf dem Bitcoin-Blockchain-System. Andere Infrastrukturen wie Ethereum erfordern immer noch das Erlernen einer spezifischen Codesprache für das Erstellen eigener Anwendungen.

Aber nicht in Übersee schießen die ersten Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für Blockchain aus dem Boden. In Deutschland kooperieren die sächsischen IT-Dienstleister iSax und Faizod, um vor allem Logistik- und Pharmaunternehmen ein vertrauenswürdiges und transparentes System für die Produktion und Distribution zu bieten. Aber auch Konzerne, die sich in viele kleine Unternehmen aufteilen, können über den Layer einer Blockchain einfach alle Daten und Transaktionen unabhängig von den unterschiedlichen Software-Infrastrukturen zugänglich und nachvollziehbar machen, berichtet Faizod-Geschäftsführer Torsten Stein.

Eine echte Anwendung der Blockchain für KMU gebe es aber noch nicht, räumt Stein ein: „Für KMU wird das Ganze dann erst interessant, wenn sie mit großen Unternehmen kooperieren und beispielsweise einen Zugang zu deren Blockchain-Logistiksystem erhalten.“ Eine solche Implikation muss dann vom entsprechenden Dienstleister für die betreffenden Unternehmen vorgenommen werden.

Kommentar: Die Blockchain auf dem Schirm haben

Wissen macht den Unterschied. Auch wenn die massenhafte Nutzung der Blockchain noch ein paar Jahre braucht, ist es für Händler wichtig sich schon jetzt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gerade im Bereich Logistik, Planung und bei den Smart Contracts werden Blockchain-Anwendungen entscheidende Wettbewerbsvorteile liefern. Dementsprechend ist es gut nicht nur Wissen über den Nutzen und die Vorteile der Blockchain-Technologie selbst, sondern auch die sich gerade herausbildenden Dienstleister und Marktführer bei den Blockchain-Services auf dem Schirm zu haben. Damit sichern sich Händler langfristig einen Wissens- und Technologievorsprung und sind nicht nur mental für den Moment gewappnet,  an dem sie an Blockchain-Lösungen nicht mehr vorbei kommen – sei es in den eigenen Unternehmensabläufen oder in Zusammenarbeit mit Unternehmen, die entsprechende Lösungen bereits implementiert haben und das auch von ihren B2B-Partnern erwarten.

 

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