Der Globus brennt – die Konsumenten schert es wenig

0

Gute Nachricht für Retailer: Trotz weltpolitischer Krisen und Brennherde da und dort lassen sich die deutschen Konsumenten kaum einschüchtern. Laut GfK geht das aktuelle Konsumklima nur leicht zurück.

Laut der jüngsten “Stimmungsbefragung” der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den Mai 2018, die monatlich bei etwa 2.000 Personen durchgeführt wird, sehen die deutschen Konsumenten die Verschärfung der geopolitischen Lage “im Großen und Ganzen noch gelassen”. Die Stimmung konnte sich im Mai im Wesentlichen behaupten, und die Konjunkturerwartung bleibe unverändert positiv. Die Einkommenserwartung legte sogar leicht zu. Die so genannte “Anschaffungsneigung” musste dagegen – so die GfK – Einbußen hinnehmen.

Die GfK schreibt: “Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch den amerikanischen Präsidenten hat die Stimmung der Konsumenten nicht sonderlich beeinträchtigt. Die Konjunktur- und Einkommensaussichten zeigen sich im Mai auf gutem Niveau stabil, während die Kauflaune etwas weniger euphorisch ist. Als Konsequenz verzeichnet das Konsumklima minimale Einbußen.”

Zu den Risikofaktoren der weltpolitischen Lage gehören laut GfK weiter die Konfrontation mit Russland im Syrienkonflikt sowie drohende Handelssanktionen: “Vor allem eine Beeinträchtigung des Handels durch US-Sanktionen würde die Exportnation Deutschland nachhaltig treffen. In diesem Falle wäre auch das bislang gute Konsumklima in Gefahr und die guten Konsumprognosen vermutlich obsolet.”

Die stabilen  Konjunktur- und Arbeitsmarktaussichten stützen im Wesentlichen den weiterhin positiven Einkommensindikator und sorgen insofern “für gute Einkommenszuwächse sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Rentnern, denn deren Rentenerhöhungen sind an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt”, heißt es bei der GfK. Da die Inflation auch in den kommenden Monaten moderat bleibe, “wird auch real ein Plus in den Geldbeuteln der Konsumenten ankommen”.

Konsequenz dieser Indikatoren wird es nach Ansicht der Marktforscher sein, dass “die Bundesbürger weiter bereitwillig ihre Geldbeutel für Konsumausgaben öffnen” würden.

Wer demnächst auf der Händlerseite von dieser stabilen Lage am meisten profitieren wird, bleibt zunächst offen. So macht der Einzelhandel lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Die übrigen 70 Prozent teilen sich Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen  sowie der Wellness-Bereich.

Als ziemlich sicher dürfte dagegen gelten, dass die Fußballweltmeisterschaft ab Mitte Juni klare Effekte auf die Getränkeausgaben haben dürfte. Vor allem, wenn das heimische Team nicht untergeht.

 

 

 

Artikel kommentieren