CA is back

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Eigentlich war CA Technologies nie richtig verschwunden. CA hat jedoch eine neue Strategie entwickelt, die von den Kunden angenommen wird.

Unter dem Namen Computer Associates hatte sich das 1976 gegründete Unternehmen schnell zu einem der ganz großen Hersteller von IT entwickelt – zum einen bot es viele Software-Programme zum ehemals marktbeherrschenden Computer für große Unternehmen, dem Mainframe, an, zum anderen kaufte der Hersteller unter seinem Gründer Charles Wang mehrere Dutzend Software-Firmen zusammen. Selbst Storage-Programme bekamen eine Position in dem kaum noch überschaubaren Portfolio. Doch das Geschäft mit dem Verkauf von Software-Lizenzen brummte.

Nach einem Skandal um die Abwicklung der Quartalseinkünfte und dem folgenden Abgang der ehemaligen Führungsriege kam es zum sukzessiven Verkauf vieler Firmenbestandteile. Aber durch die Konzentration auf Kernbereiche wie Mainframes, Security oder generelle Management-Tools für Betriebssysteme und Geschäftsprozesse kam es zu einer gewissen Konsolidierung des angeschlagenen Herstellers. Doch erst mit dem Dienstantritt des neuen CEOs Mike Gregoire im Jahr 2012 war eine neue langfristige Strategie zu erkennen. Diese besteht vor allem in einer gemeinsamen, sich ergänzenden Orientierung der verbliebenen Software-Lösungen, ergänzt durch wenige gezielte Hinzukäufe von passenden Programmen.

Auf seiner mit mehreren Tausend Teilnehmern gut besuchten Kundenveranstaltung CA World in Las Vegas erläuterte Gregoire die Stoßrichtung der neuen Strategie: „Wir haben längst den Punkt überschritten, an dem Unternehmens-Software lediglich zur Effizienzsteigerung eingesetzt wird. Heute stehen Unternehmen an der nächsten großen Innovationsschwelle. Das hat die höchste Priorität, und wir konzentrieren uns darauf, Lösungen bereitzustellen, die die Barrieren zwischen Ideen und Ergebnissen beseitigen.“

Unter der Parole „No Barriers“ präsentierte der CEO die „Modern Software Factory“ von CA, die sich hauptsächlich aus vier Komponenten zusammensetzt:

  • Agile: Mit CA Microgateway sollen Unternehmen in die Lage versetzt werden, monolithische Anwendungsarchitekturen aufzubrechen und durch vereinfachte, modulare Services zu ergänzen oder zu ersetzen. Microservices lassen sich laut CA über verschiedene Architekturen hinweg aufbauen und skalieren. So ließen sich mobile Apps und Systeme für das Internet of Things (IoT) unterstützen.
  • Automation: Die CA Automic One Automation Platform verfügt über Werkzeuge für Analytics und Orchestrierung, um komplexe Prozess-Landschaften zu automatisieren und effektiver zu gestalten. Als Beispiel wurde in Las Vegas das Mitarbeiter-Management genannt, das in vielen Firmen noch manuell durchgeführt wird, wenn neue Angestellte hinzukommen, in den Systemen angemeldet und mit Computer-Arbeitsplätzen ausgestattet werden müssen.
  • Insights: CA Digital Experience Insights ist eine Saas-basierte Anwendung, die Daten von Infrastruktur-Systemen, Applikationen und Anwendern sammelt, um sie kontinuierlich zu beobachten und auszuwerten. Die digitale Erfahrung der Kunden soll besonders im Mittelpunkt dieser Lösung stehen.
  • Security: CA will Security-Funktionen in die Anwendungen und Aktivitäten der User integrieren, anstatt sie nur im Nachhinein einzusetzen, wie es heute in der Regel üblich ist. Unternehmen sollen bereits in der Vorbereitung und Experimentierphase von DevOps Sicherheitsfunktionen einbauen können. Dafür hat CA die neue Bezeichnung „DevSecOps“ geprägt.

CA Technologies unterstreicht die Ernsthaftigkeit der neuen Strategie durch zwei Akquisitionen aus den letzten Monaten: Mit Automic, einem Anbieter aus Österreich, der sich auf Automatisierung von Software-Prozessen spezialisiert hat, und mit Veracode im Bereich Security hat CA zielgerichtet jeweils etwas 600.000 Millionen Dollar investiert. Gegenüber Konkurrenten wie BMC oder IBM auf diesen Gebieten ist CA dabei, seine Erfahrungen und Stärken in neuer Weise auszuspielen.

Fast alle großen IT-Hersteller beobachten intensiv die Startup-Szene, um neue Entwicklungen mitzubekommen, inhaltlich oder finanziell zu unterstützen oder sogar zu übernehmen. CA hat sich in diesem Zusammenhang die Initiative CA Accelerator einfallen lassen, die im Moment zehn Start-ups aktiv unterstützt. Man erhofft sich neue Denkanstösse für die eigene Software-Strategie. Mit FreshTracks.io wurde in Las Vegas eine Technologie prominent vorgestellt, die Microservices beobachtet und unterstützt.

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