Apple, Facebook & Co. go Financials

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Das Weltwirtschaftsforum hat sich mit dem „Bedrohungspotential neuer Technologien für Banken und Versicherer“ befasst. Mit dabei: Apple, Facebook & Co.
Um ihren Kunden Neues anzubieten, kooperieren Finanzinstitute häufig mit den großen IT-Konzernen und verändern dadurch traditionelle Funktionen der Banken. Laut dem Weltwirtschaftsforum aus Davos geht es um mehr, als nur mal auf die Schnelle eine Rechnung zu bezahlen oder den Kontostand zu überprüfen. So seien heute schon Bankgeschäfte in Brasilien über Facebook abzuwickeln. Die brasilianische Banco Bradesco bietet demnach ihren Kunden an, ihre alltäglichen Bankgeschäfte über eine Smartphone-App von Facebook zu erledigen. Und um neue Kunden zu gewinnen, greift die Bank auf Datenanalysen von Facebook zurück.

In den USA benützen Banken und Versicherungen wie Capital One und Liberty Mutual das Spracherkennungssystem Alexa von Amazon, damit ihre Kunden per Sprechkontakt Rechnungen bezahlen oder ihre Konten überprüfen können. Das Weltwirtschaftsforum sieht darin eine Gefährdung der klassischen Aufgaben von Banken. Am Horizont sieht man sogar, dass Apple, Amazon, Google & Co. irgendwann sogar das Bankgeschäft insgesamt übernehmen könnten.

Die kleineren Fintechs seien dagegen keine große Gefahr für die Banken – einiges von ihren Technologien werde übernommen oder sie würden gleich komplett übernommen und in die jeweilige Finanzinstitution integriert. Jesse McWaters, Projektleiter des Weltwirtschaftsforums für disruptive Innovationen in der Finanzwelt, wird deutlich: „Die Partnerschaften zwischen Banken und großen Technologiekonzernen könnten schon bald nicht mehr wechselseitig funktionieren.“

Sollten die großen Unternehmen aus dem Silicon Valley demnächst selbst verstärkt Finanzdienstleistungen anbieten, sieht McWaters Risiken für die Banken, aber auchfür deren Kunden und die staatlichen Aufsichtsbehörden heraufziehen. Amazon biete in vielen Ländern schon eigene Bezahldienste und Kundenkredite an, und Apple bringe seinen Bezahldienst Apple Pay in immer mehr Länder.

Laut Weltwirtschaftsforum vollzog die Berliner Smartphone-Bank N26 im Sommer 2017 bereits in Frankreich und Italien die Integration von Apple Pay in ihre App heraus. McWaters betont, dass die Technologiegiganten aus den USA und aus Asien sich aufgrund ihrer umfassenden Datenbasis und ihrer Marktposition heraussuchen könnten, in welche Bereiche des Finanzmarktes sie einsteigen wollten.

 

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